Club von Berlin
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28. Februar 2022
Websalon mit Prof. Dr. Christoph Neuberger: „Wie können wir den digitalen Wandel unserer Gesellschaft gestalten?“


Können wir die Digitalisierung so gestalten, dass sie nachhaltig zur Verbesserung unserer gesell-schaftlichen Verhältnisse beiträgt? Auf welchen Grundlagen könnten Gestaltungsempfehlungen aufbauen? Zur Beantwortung dieser Fragen untersucht das BMBF-geförderte, interdisziplinäre Weizenbaum-Institut ethische, rechtliche, ökonomische und politische Aspekte des digitalen Wandels. Was ist nun der aktuelle Stand dieser Forschung? An welchen konkreten Empfehlungen können beziehungsweise sollen sich Politik, Digitalwirtschaft und Bürger orientieren?

 

Prof. Dr. Christoph Neuberger

leitet das Weizenbaum-Institut und lehrt Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Partizipation an der Freien Universität Berlin. 2002 bis 2019 Professuren in Münster und München (LMU). 2016 Schelling-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Mitglied seit 2017); Mitglied der Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

  Das Gespräch mit Prof. Dr. Neuberger moderiert Amélie Heldt.

Amélie Heldt

Juristin und seit Januar 2022 Referentin für Digitalpolitik im Bundeskanzleramt. Davor wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) im Forschungsprogramm „Transformation der öffentlichen Kommunikation“. 


24. März 2022
Prof. Dr. Ulrike von Hirschhausen und Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger: "Putins Krieg in der Ukraine"


Wie es zu Putins Radikalisierung kam und wie seine Vorstellungen von den Realitäten der ukrainischen Geschichte abweichen, wird die Historikerin Prof. Dr. Ulrike von Hirschhausen erläutern.
Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger, von 2008 bis 2022 Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, analysiert die gegenwärtige Lage und reflektiert über mögliche Optionen.

 

Prof. Dr. Ulrike von Hirschhausen

lehrt seit 2010 Europäische und Globalgeschichte an der Universität Rostock. Demnächst erscheint ihr neues Buch „Empires“ (gemeinsam mit Jörn Leonhard) im Verlag C.H. Beck. Von 1997 bis 2003 hat sie in Lettland gelebt und an der Universität Riga gelehrt.

 



Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger

Der Jurist und Diplomat war Staatssekretär im Auswärtigen Amt sowie Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Washington D.C. und in London. Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger hat von 2008 bis 2022 die Münchner Sicherheitskonferenz geleitet.


28. März 2022
Generalleutnant Jürgen-Joachim von Sandrart: "Implikationen des Krieges für die Nordostflanke der Nato"


„Wir können die Augen vor der sich verschärfenden Situation nicht verschließen (…) Hier können Sie die Bedrohung anfassen, und zwar im täglichen Leben“ war als Aussage des neuen Kommandeurs an der nordöstlichen Flanke, Generalleutnant Jürgen-Joachim von Sandrart bereits am 19. November 2021 in ZEITonline zu lesen. Fast prophetisch klingen die weiteren Beschreibungen seiner Aufgaben: “Aber jetzt gilt es, dass wir den Menschen, die hier leben, diese Bedrohung abnehmen und ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind, sondern dass die Gemeinschaft der Nato und Europas bereit ist, gemeinsam dieser Bedrohung entschlossen entgegen zu treten“.

Jürgen-Joachim von Sandrart
Der deutsche Generalleutnant Jürgen-Joachim von Sandrart (*1962 in Lingen/Ems) ist seit November 2021 Kommandeur an der nordöstlichen Flanke der Nato mit Polen, den drei baltischen Staaten, der Slowakei und Ungarn. Vorher hatte er seit 2018 das Kommando der 1. Panzerdivision in Oldenburg inne. Auslandseinsätze hatten Jürgen-Joachim von Sandrart nach Sarajevo/Bosnien-Herzegowina (1999), Pristina/Kosova (2000), Mostar/ Bosnien-Herzegowina (2002) und Kunduz/Afganistan (2011) geführt.

13. Juni 2022
Websalon mit Flottillenadmiral Christian Bock: "Führen morgen heute lernen. Innovationsdenken in der Bundeswehr“


Wie beeinflusst die aktuelle Sicherheitslage die Ausbildungskonzeption an der Führungsakademie der Bundeswehr, der zentralen Ausbildungsstätte für die Aus-, Weiter- und Fortbildung aller Stabsoffiziere und Generale/Admirale der Bundeswehr in Deutschland? Welche Rolle spielen erfolgreiche innovative Konzepte – etwa auch aus zivilen Digitalunternehmen und Startups - zum Erreichen von mehr Agilität im Handeln, zu einfacheren Strukturen und Verfahren in der Bundeswehr? Wie geht man in der Bundeswehr mit der angekündigten „Zeitenwende“ um? Wie wird man unter anderem auch beim Thema „Beschaffung“ agiler als bisher? Welche Rolle spielen diese Fragen in der und für die Ausbildung von Stabsoffizieren?

Streitkräfte sind schon immer einem ständigen Wandel durch technische und gesellschaftliche Neuerungen unterzogen. Nun stehen wir an der Schwelle zum digitalen Zeitalter mit neuen Chancen und Herausforderungen für die erfahrenen Soldaten und die jungen Offiziere. Wie lässt sich dieser Veränderungsdruck in der Bundeswehr auch angesichts längst überwunden geglaubter, alt-neuer kriegerischer Herausforderungen positiv gestalten?

 

 

 

Flottillenadmiral Christian Bock

(*1969 in Bonn) ist seit August 2021 Direktor Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Vorher hatte er seit 2018 das Kommando über die Einsatzflottille 1 und war gleichzeitig Direktor des NATO-akkreditierten Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters (COECSW) in Kiel.

 

Auslandsverwendungen führten ihn 2003 nach Norfolk (USA) in den Stab des Supreme Allied Commander Transformation (SACT), der sich mit der Wandlung und Anpassung der NATO-Strukturen an neue Umstände befasst, und 2008 als Kontingentführer Deutsches Einsatzkontingent UNIFIL nach Limassol, Zypern. Es schlossen sich unter anderem Verwendungen im Einsatzführungskommando der Bundeswehr sowie im Bundeskanzleramt an.

Admiral Bock ist Vorsitzender des Deutschen Maritimen Instituts e.V. (DMI), Mitinitiator des Maritimen Hauptstadtforums (MHF) und Mentor für das Naval Innovation Team (NIT) des DMI sowie Vizepräsident des Deutschen Marinebundes (DMB) und als Stellvertretender Vorsitzender einer Wählergemeinschaft Gemeindevertreter in seiner Heimat Dänischenhagen.


20. Juni 2022
Marion Welsch Buchvorstellung: "Eine Waschmaschine in Haifa"


Die jüdische Familie Katz/Gutmann aus Hessen konnte im Herbst 1936 aus Nazi-Deutschland entkommen, nachdem sie Firma, Haus und Gärten unter Wert verkaufen musste, um die Reise und einen kleinen Hausstand für einen Neuanfang zu finanzieren. In Haifa/Britisches Mandatsgebiet Palästina lebte die Familie im Kinderheim für deutsche Flüchtlingskinder, das die jüngste Tochter Claire 1932 gegründet hatte.

Nach 1945 begann in Deutschland der Versuch der Wiedergutmachung für begangenes Unrecht. Täter sollten bestraft, Opfer – soweit überhaupt möglich – entschädigt werden. Wie schwierig Entnazifizierung und Restitution waren, zeigen originale Briefe aus der Nachkriegszeit von Oktober 1946 bis Dezember 1949 zwischen Israel und Deutschland, die 2018 in Haifa/Israel auftauchten.

 


Marion Welsch ist Autorin, Moderatorin, Lehrerin und Coach für Biografisches und Kreatives Schreiben. Ihr im Jahr 2016 veröffentlichtes Buch wurde ebenfalls im Club von Berlin vorgestellt.


04. Juli 2022
S.E. Botschafter Tomas Kafka: "Die mitteleuropäische Sicht auf Brüssel und Berlin - Schwerpunkte der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft"


Tschechien hat rund 10,5 Millionen Einwohner und setzt sich aus den historischen Ländern Böhmen (Čechy) und Mähren (Morava) sowie Teilen von Schlesien (Slezsko) zusammen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg Teil der Habsburgermonarchie und blieb es bis Ende des Ersten Weltkriegs. 1939 wurde der tschechische Landesteil durch das nationalsozialistische Deutschland besetzt. Nach dem Krieg wurde die deutsche Minderheit vertrieben. Tschechien wurde Satellitenstaat der Sowjetunion. Den „Prager Frühling“ schlug der Warschauer Pakt 1968 nieder. Freiheit und Demokratie 1989 durch Samtene Revolution mit Václav Havel. 1993 friedliche Trennung von der Slowakei. Mitglied der NATO (1999) und der Europäischen Union (2004).


Botschafter Tomáš Kafka

(*1965 in Prag) studierte Geschichte und Russisch. Sein beruflicher Werdegang: 1991 bis 1995 erste diplomatische Station in Berlin. 1998 Co-Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Prag. Botschafter in Irland. Stellvertretender Vizeminister für Europäische Angelegenheiten.

Tomáš Kafka übersetzte Werke von Bernhard Schlink, Durs Grünbein, Thomas Brussig, Heinrich Hoffmann, Wilhelm Busch, Werner Schwab und René Pollesch ins Tschechische. Kafka schreibt Kindergeschichten, Theaterstücke und Gedichte.


29. August 2022
Prof. Dr. Sönke Neitzel: "Anmerkungen zur Zeitenwende"


Am 27. Februar 2022 verkündete Bundeskanzler Olaf Scholz in einer vielbeachteten Rede eine „Zeitenwende“. Mittlerweile ist das dort angekündigte Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr vom Bundestag beschlossen worden. Außerdem lieferte Deutschland Waffen in das ukrainische Kriegsgebiet und bemüht sich unter großen Anstrengungen unabhängig von russischen Gas- und Öllieferungen zu werden. Doch ist dies wirklich eine „Zeitenwende“ der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik oder vielmehr eine Fortführung altbekannter Verhaltensmuster? Ein historischer Vergleich mit den Kriegen in Jugoslawien, Afghanistan und Syrien hilft, die Frage zu beantworten.


Prof. Dr. Sönke Neitzel

(*1968 in Hamburg) hat seit 2015 den Lehrstuhl für Militärgeschichte /Kulturgeschichte der Gewalt am Historischen Institut der Universität Potsdam inne und ist damit der derzeit einzige Professor für Militärgeschichte in Deutschland. Davor lehrte Neitzel an der London School of Economics and Political Science sowie an der University of Glasgow.

Prof. Dr. Sönke Neitzel ist Autor und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge, arbeitet darüber hinaus auch als Gutachter und Fachberater. Überdies ist er in zahlreichen Gremien und Institutionen tätig. Als Gesprächspartner für Medien und Politik ist er gleichermaßen sehr gefragt.

10. Oktober 2022
Prof. Dr. Peter Schlobinski: "Die Zukunft der deutschen Sprache"


„Teilnehmer*innen“: So lesen Sie es in dieser Einladung. Wollen wir diese Sternchen-Schreibweise nun auch im Rahmen unseres Club-Schriftverkehrs übernehmen, soll jetzt unsere deutsche Sprache im Interesse der Gender-Gerechtigkeit immer und überall angepasst werden? An dieser (zweiten) Frage scheidet sich unsere Gesellschaft. Die Einen verweisen darauf, dass das grammatische Maskulinum genügend Spielraum für die Inklusion aller Geschlechter lässt, und machen sich lustig über vielfältige Stilblüten (Gehört Putin zur Klasse der Führenden?). Die Anderen argumentieren, dass Sprache unser Denken formt und der gewohnte Sprachgebrauch die Dominanz des Männlichen zementiert. Viele meinen, es handele sich hier um ein aufgebauschtes Problem, vorangetrieben durch Menschen, die den Bezug zum „wirklichen Leben“ verloren haben. Dennoch: Wie könnte die Zukunft der deutschen Sprache (geschrieben und gesprochen) „vernünftigerweise“ aussehen?


Prof. Dr. Peter Schlobinski

hat Germanistik und Sportwissenschaft studiert. Nach Promotion und Habilitation wirkte er nach kurzer Zwischen-station in München von 1995/1996 bis 2002 als Professor für Germanistische Linguistik an der Leibniz Universität Hannover. Seit Mai 2015 ist er Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V., die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die deutsche Sprache zu pflegen und zu erforschen sowie die Funktion der deutschen Sprache im globalen Zusammenhang erkennbar zu machen. Sie begleitet dabei den jeweils aktuellen Sprachwandel kritisch und gibt Empfehlungen für den Sprachgebrauch.


Dr. Dorothee Nolte

hat Germanistik und Romanistik studiert und 1992 promoviert. „Sprachlust“ ist ihr Markenzeichen. Als Redakteurin des Berliner „Tagesspiegels“ hat sie sich seit 1992 in verschiedenen Ressorts verdient gemacht. Sie ist Sachbuch- und Romanautorin und engagiert sich für Diversity.


17. Oktober 2022
Henning Krumrey: "Kampf um die Tonne - was passiert mit unserem Müll?"


Entsorgung und Recycling von Abfällen zählen zu den wichtigsten Umweltthemen. Der vermeintliche Unrat ist heiß begehrt. Denn in ihm schlummern wertvolle Rohstoffe. Wo landen unsere Plastikflaschen, was passiert mit alten Rotorblättern der Windräder oder welche neuen Recycling-Methoden gibt es? Henning Krumrey wird uns spannende Einblicke in das Thema geben und innovative Zukunftslösungen aufzeigen. Er war bis Juni Kommunikationschef der ALBA Group, eines der größten Entsorgungs- und Recycling-Unternehmen Europas. Die ALBA Group erzielte 2021 mit rund 8.000 Mitarbeitern einen Umsatz von zwei Milliarden Euro.


Henning Krumrey studierte Volkswirtschaft und Politik in Berlin und Köln. Dort absolvierte er die Kölner Journalistenschule. Bevor er 2016 zur ALBA Group wechselte, arbeitete er 27 Jahre als Journalist, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ und davor als Leiter der Parlamentsredaktion vom „Focus“.
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