Club von Berlin
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15. Januar 2018
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer: "Wie können wir die Klimakatastrophe verhindern?"

Salongespräch

Soeben ist die UN-Klimakonferenz in Bonn zu Ende gegangen. Deutschland hat diese Konferenz für den vom Untergang bedrohten Inselstaat Fiji ausgerichtet. Die offizielle Politik hat sich positiv über die Ergebnisse der Konferenz geäußert, Experten urteilen viel skeptischer. Was hat der Klimagipfel tatsächlich gebracht? Haben wir überhaupt noch eine Chance, die Weltklimaziele zu erreichen? Tut Deutschland, tun Länder wie die USA und China genug? Was wären Hauptansatzpunkte, wer verhindert den Wandel? Welchen Einfluss hat unser Konsumentenverhalten?

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Jahrgang 1961, studierte Volkswirtschaftslehre und Philosophie und ist seit 2005 Chefökonom und seit 2007 stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Seit 2008 ist er auch Professor für die „Ökonomie des Klimawandels“ an der Technischen Universität Berlin sowie seit 2012 Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin. Von 2008 bis 2015 war er einer der Ko-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates (IPCC), der 2007 den Friedensnobelpreis erhalten hat.


29. Januar 2018
Ansgar Graw: „Trump verrückt die Welt – Wie der US-Präsident sein Land und die Geopolitik verändert

Salongespräch

Der neue US-Präsident rüttelt an sämtlichen vermeintlichen Grundfesten der internationalen Politik sowie der amerikanischen Selbstverortung. Welche geschichtlichen und kulturellen Hintergründe haben Trumps Präsidentschaft ermöglicht? Welche Positionen der neuen US-Administration werden Trumps Amtszeit voraussichtlich überdauern? Ansgar Graw hat Trumps Wähler in verschiedenen Bundesstaaten getroffen und Donald Trump bis Juli 2017 aus nächster Nähe erlebt.

Ansgar Graw, Jahrgang 1961, ist studierter Historiker und Buchautor (u.a. „Freiheitskampf im Baltikum“ und „Gerhard Schröder – der Weg nach oben“). Graw ist Chefreporter für DIE WELT und Welt am Sonntag und berichtete von 2009 bis 2017 als Senior Political Correspondent aus Washington DC. Sein aktuelles Buch (Herbig-Verlag) wurde mit dem „George F. Kennan Kommentar-Preis 2017“ ausgezeichnet.


20. Februar 2018
Andreas Jödecke: "Wie weiter in der Flüchtlingspolitik?"

Gesprächs- und Diskussionsabend
Vor zwei Jahren kam fast eine Million Flüchtlinge nach Deutschland. Nun sind die Zahlen deutlich zurückgegangen, doch durch Armut, Unterdrückung und Krieg bleiben viele Menschen auf der Flucht – auch in Richtung Deutschland. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist deutschlandweit für Flüchtlinge zuständig. Wie ist seine Neuorganisation vorangekommen? Was ist der Stand bei den Asylverfahren? Und wie läuft die Integration der Flüchtlinge? Nicht zuletzt: mit welchen Flüchtlingszahlen rechnet das BAMF?

26. Februar 2018
Prof. Dr. Savoy: "Warum und zu welchem Zweck studiert man Provenienz?"

Roter Salon
Alle Feuilletons berichteten im vergangenen Sommer über ihren überraschenden Austritt aus der Expertenkommission des Humboldt-Forums. Über die Gründe und Hintergründe dieses Schrittes sowie die Notwendigkeit von Provenienzforschung, nicht nur am Humboldt-Forum, spricht Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Leiterin des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin und Mitglied des Collège de France (Paris), mit Bernhard Schulz, Kulturredakteur des Tagesspiegels. Savoy, die sich in ihren wissenschaftlichen Arbeiten unter anderem mit den Humboldt-Brüdern und dem Schicksal von Kulturgütern zwischen den Weltkriegen befasst hat, vermisst eine engere Verzahnung zwischen Sammlung und Forschung, aber auch eine eigene Provenienzstelle.

07. März 2018
PD Dr. med. Mazda Adli. "Stress in der Stadt"

Zukunft der Hauptstadt Berlin
Psychische Erkrankungen, für die stressabhängige Entstehungsfaktoren angenommen werden, kommen in großen Städten häufiger vor als auf dem Land. Schadet Stadtleben also unserer Psyche? Macht Landleben glücklich? Dies sind häufig gestellte Fragen in den zahlreichen Veranstaltungen, in denen M. Adli Thesen seines neuen Forschungsgebiets „Neurourbanistik“ der Öffentlichkeit vorstellt. Natürlich spiegeln diese Fragen nur die verkürzte Sicht auf ein reales Problem wider, denn Städte werden zugleich als Wohn- und Arbeitssorte gesucht und geschätzt, weil sie soziale Begegnungen ermöglichen, Orte des Lernens sind und den Austausch von Ideen begünstigen sowie als Märkte dienen. Sie sind nicht zuletzt beliebt, um den Beschränkungen der Provinz zu entfliehen. Unstreitig wirkt ein Zuviel an Stress jedoch belastend und kann krank machen. Deshalb kommt es auf die Balance an. Wo liegt das rechte Maß? Gibt es einerseits ein durchaus gesundes Stress-Level, das nicht nur tolerabel , sondern geradezu notwendig ist, während ein Zuviel an Stress, etwa infolge von übermäßigem Lärm, von Enge und Hektik, Feinstaub und Verkehrsstaus, Anonymität und Gewalt, krankmachend wirkt? Wo liegen die Stressschwellen? Wie sollte die Stadtplanung damit umgehen? 

Dr. Mazda Adli, geboren 1969 in Köln als Sohn einer iranischen Diplomatenfamilie, ist Psychiater, Psychotherapeut und Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin, sowie Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen an der Charité Berlin.  Er studierte Medizin in Bonn, Wien und Paris, war Assistenzarzt an der FU Berlin und hat als Executive Director 2009 an der Charité den World Health Summit ins Leben gerufen. Zusammen mit der Alfred Herrhausen Gesellschaft gründete er ein interdisziplinäres Forum aus Neurowissenschaftlern, Architekten und Stadtplanern, um das emotionale Verhalten und die psychische Gesundheit in Städten zu erforschen.

19. März 2018
Prof. Dr. Marcel Fratzscher: "Ungleichheit: Was bedeutet die soziale Polarisierung für unsere Gesellschaft?"

Salongespräch

In vielen aktuellen Presseartikeln, aber auch im Rahmen der neueren wirtschafts-wissenschaftlichen Diskussion – man denke an Thomas Piketty’s Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ – werden Fragen der (Un-)Gleichheit, der Verteilungsgerechtigkeit sowie der Armut und der Armutsbekämpfung zum Thema gemacht. Die Vereinten Nationen erkennen im Kontext ihrer 2015 verabschiedeten „Social Development Goals“ an, dass es weltweit Fortschritte bei der Armutsreduktion gibt, große Ungleichheiten aber weiterhin vorhanden sind und innerhalb einzelner Länder – bei Einkommen und Vermögen, Bildungschancen und Gesundheit – in jüngerer Zeit sogar noch angestiegen sind. Deutschland macht da keine Ausnahme. Befunde, Ursachen und Konsequenzen von Ungleichheit sind Gegenstand dieses Salongespräches.

Prof. Dr. Marcel Fratzscher, Jahrgang 1971, leitet seit 1. Februar 2013 das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und ist Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Davor war er seit 2008 Leiter der Abteilung „International Policy Analysis“ (Internationale wirtschaftspolitische Analysen) bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main; zudem nahm er Aufgaben in verschiedenen Institutionen in den USA und in Asien wahr. Er studierte an den Universitäten Kiel, Oxford und Harvard und promovierte 2002 am European University Institute in Florenz. 2017 wurde er in der FAZ-Rangliste der einflussreichsten Ökonomen in Deutschland in den Top 5 geführt.


16. April 2018
Graf von Kielmansegg: "Wie sichert Deutschland den Wohlstand von morgen? Das Geheimnis von Innovation."

Vortrags- und Gesprächsabend
Deutschlands beste Rohstoffe stecken bekanntlich in unseren Köpfen: Wie aber können wir innovativ bleiben und Arbeitsplätze und Wohlstand im globalen Wettbewerb um die besten Ideen sichern, zumal andere Regionen in der Welt immer dynamischer voranschreiten? Matthias Graf von Kielmansegg gibt uns Einblick in die deutsche Innovationspolitik z.B. zu der Frage, wo die Quellen des Wohlstands von morgen zu finden sind und warum die Innovationskultur eines Landes langfristig wichtiger ist als Steuertarife oder Hartz-IV-Regelsätze. Was können wir von einer neuen Bundesregierung erwarten? Wie begegnen wir der Skepsis in der Bevölkerung gegenüber Innovationen und neuen Technologien?

Matthias Graf Kielmansegg, Jahrgang 1965, studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Göttingen. Nach Stationen in der Senatskanzlei Berlin und bei der Vertretung des Landes Berlin bei der EU leitete er die Planungsgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ab 2005 den Stab Politische Planung im Bundeskanzleramt. 2014 übernahm er die Grundsatzabteilung des BMBF, in der u.a. die Forschungs- und Innovationsstrategie der Bundesregierung angesiedelt ist. Graf Kielmansegg ist verheiratet und hat drei Kinder im Schulalter. Er ist Mitglied im Club von Berlin.


23. April 2018
Ursula Weidenfeld: "Nimmt die Demokratie Schaden?"

Politische Kultur der Demokratie
In ihrem 2017 bei Rowohlt veröffentlichten Buch „Regierung ohne Volk“ beklagt Ursula Weidenfeld die Marginalisierung der Debatten im Bundestag und die Alleingänge der Merkel´schen Entscheidungsprozesse. Nachdem die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen hat, scheint die Zeit reif, die Arbeit des Kabinetts und die Debatten im Bundestag kritisch zu begleiten. Wird sich die gescholtene Lähmung  unter den neuen Abgeordneten - ähnlich wie unter den alten - im Bundestag mit der Folge fortsetzen, dass  Demokratie und Verfassung Schaden nehmen? Kann eine wirkliche Debattenkultur erneut etabliert werden oder werden die politikrelevanten Debatten mehr und mehr außerhalb von Parlament und Regierung geführt, z.B. in TV-Talkrunden … oder findet sie vielleicht gar nicht statt? Führt dies zu Politikversagen und neo-populistischen Verzerrungen? Auf welcher Ebene sollten welche Aufgaben in einem föderalen Staat, der in die EU eingebunden ist, erörtert, behandelt, entschieden und implementiert werden (Subsidaritätsprinzip)?
Ursula Weidenfeld, geboren 1962, studierte Wirtschaftsgeschichte, Germanistik und Volkswirtschaftslehre. Sie war u.a. Berlin-Korrespondentin und stellvertretende Ressortleiterin der „Wirtschaftswoche“, Ressortleiterin Wirtschaft sowie stellvertretende Chefredakteurin des „Tagesspiegel“.

14. Mai 2018
Stephan Abarbanell: "MORGENLAND"

Roter Salon

Der Holocaust und seine Folgen: das ist das Thema Stephan Abarbanells und seines Romans. Der Autor stammt aus einer jüdischen Familie, das hat sein Buch inspiriert.

Er nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit Palästinas. 1946: Lilya Wasserfall, politische Aktivistin im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht, bekommt den Auftrag, im zerstörten Nachkriegsdeutschland nach einem verschollenen jüdischen Wissenschaftler zu suchen. Die Briten behaupten, er sei tot, doch sein Bruder in Jerusalem hat Hinweise darauf, dass er noch lebt. Kaum in Europa angekommen, merkt Lilya, dass ihr nicht nur der britische Geheimdienst auf den Fersen ist, sondern auch ein Unbekannter, der verhindern will, dass sie ihren Auftrag erfüllt. Ihr Weg führt in das überfüllte bayerische Lager Föhrenwald, das für so genannte ‚displaced persons‘ reserviert ist, und weiter in die Lüneburger Heide, wo Bergen-Belsen zum Lager der Überlebenden geworden ist.

Am Tag der Staatsgründung Israels, dem 14. Mai, wollen wir der ebenso entschlossenen wie liebenswerten Hauptperson des Romans von den staubigen Straßen Jerusalems bis in das kaputte Nachkriegsdeutschland folgen und uns dabei vom Autor des Buches - mehr erzählend als lesend - führen lassen.

Stephan Abarbanell, 1957 in Braunschweig geboren, wuchs in Hamburg auf. Er studierte Evangelische Theologie sowie Allgemeine Rhetorik in Hamburg, Tübingen und Berkeley (USA) und nahm am Creative-Writing-Kurs bei Walter Jens teil. Heute ist er Kulturchef des rbb. ‚Morgenland‘ ist sein erster Roman.

28. Mai 2018
Nora Griefahn & Tim Janßen zum Thema: Auf der Suche nach neuen Wirtschaftsmodellen: Zirkulärwirtschaft und das „Cradle-to-Cradle“-Konzept

Ökologie

Wir haben die Böden vergiftet, die Luft verpestet, die Meere überfischt, die Wälder gerodet. Immer mehr Menschen wird klar: So kann es nicht weitergehen, wir müssen eine Wirtschaftsweise finden, die unserer Verantwortung auch für die nachfolgenden Generationen gerecht wird. Aber wie könnte eine solche alternative Wirtschaftsweise aussehen? Ein Konzept zur Beantwortung dieser Frage lässt sich unter den Begriff einer „Zirkulärwirtschaft“ bringen. In dieser werden Stoffe nicht mehr der Natur entnommen und in Produkte transformiert, die anschließend gekauft und genutzt werden, bis sie am Schluss auf der Müllhalde landen – das wäre das gängige Konzept einer Linearwirtschaft, die „von der Wiege zur Bahre“ (From Cradle to Grave) führt. Vielmehr soll eine Weiternutzung in anderen Verwendungen möglich werden: „From Cradle to Cradle“ (C2C). Vorbild ist die Natur – auch in ihr gibt es keine Abfälle, alles geht in neue Kreisläufe ein. Sich an der Natur zu orientieren bedeutet, dass der Mensch nicht einfach als Schädling wahrgenommen wird, der sein zerstörerisches Handeln reduzieren muss. In der C2C-Denkschule ist der Mensch ein Nützling und Teil der Natur, und es geht nicht nur darum, einen weniger negativen, sondern einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen. Wie das gelingen kann, ist Gegenstand dieses Salongespräches.

Nora Sophie Griefahn und Tim Janßen gehören zur jungen Generation, bilden den geschäftsführenden Vorstand des gemeinnützigen Cradle to Cradle e.V. und haben den Verein mitbegründet.

Nora Sophie Griefahn studierte Umweltwissenschaften und Technischen Umweltschutz an den Universitäten Lüneburg, Frankfurt und Kopenhagen sowie an der Universität für Bodenkultur Wien und der TU Berlin. Für ihr Studium und Engagement erhielt sie u.a. ein Studienstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie eine Auszeichnung des Landes Niedersachsens für herausragendes ehrenamtliches Engagement.

Tim Janßen studierte Wirtschaftswissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Dabei lag sein Fokus auf Gründung, Innovationsmanagement und verantwortungsvollem Wirtschaften. Auslandsaufenthalte führten ihn an das Athlone Institute of Technology in Irland sowie an die Universität Wien.

Der gemeinnützige Cradle to Cradle e.V. hat das Ziel, die C2C Denkschule in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft, zu etablieren und leistet dafür Bildung- und Vernetzungsarbeit. Mit mittlerweile mehr als 700 Aktiven, die in über 50 Initiativen bundesweit organisiert sind, tragen sie die Idee von Cradle to Cradle in die Bevölkerung.

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